Deep Blue

Februar 10, 2004 Aus Von Stefko

deep_blue_klein.jpgKürzlich hatte ich hier schon den Film Deep Blue vorgestellt und gestern war ich dann endlich im Kino und konnte mich selbst von dem Film überzeugen.
Vorneweg gesagt, er ist einfach beeindruckend. Während der eineinhalb Stunden sieht man Aufnahmen, welche man so nicht für möglich hielt. Als Zuschauer befindet man sich plötzlich mit Delphinen und Haien auf der Jagd inmmitten eines rießigen Sardinenschwarms, „taucht“ kurz darauf wieder mit Pinguinen in einem irrwitzigen Tempo durch die Antarktische See und bekommt dann die umwerfende Flora und Fauna der tropischen Korallenmeere gezeigt.

Unglaublich schöne Bilder, welche keiner der das Meer liebt, verpassen sollte darf.

Und doch gibt es für mich zwei große Kritikpunkte.
Der Erste bezieht sich auf die Information, welche vermittelt wird – diese war mir einfach zu wenig. Es gibt zwar einen Sprecher, aber dieser beschränkt sich lediglich auf das Allernötigste, bzw. (mein persönlicher Eindruck) oftmals Unnötiges. Ich lege auch keinen Wert auf eine dauerplappernde Hintergrundbeschallung, und doch hätte ich mir viel mehr Hintergrundinformation gewünscht – was ist das für eine Hai-, Delphin- oder Rochenart, wo wurden diese Aufnahmen gedreht usw. Wobei ich für mich noch in Anspruch nehme – dadurch, daß ich tauche – die eine oder andere Spezies zumindest aus Bücher und Fotos zu kennen. Kurz gesagt, hätte ich mir einen Film gewünscht, der nicht nur das Auge anspricht, sondern nach dessem Ende man das Kino verlässt und den Eindruck hat, zumindest ein klein wenig mehr über den wohl faszinierendsten Lebensraum unseres Planeten gelernt zu haben.

Damit hängt auch direkt mein zweiter Kritikpunkt zusammen. Für viele Kinobesucher dürfte wohl die eindrucksvollste Sequenz des Filmes jene sein, in der die (insgesamt) sechsstündige, tödliche Jagd von Schwertwalen auf ein Grauwal-Kalb gezeigt wurde. Doch der größte Killer der Meere kam in diesem Film nicht vor – der Mensch. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Aber dieser Film ist ein Projekt mit sehr großer Publikumswirkung und genau deswegen sollte er auch die Chance nutzen, vielen Menschen die Gefahren die den Weltmeeren durch uns drohen, vor Augen zu führen und dadurch ein Umdenken (wenigstens im Ansatz) zu unterstützen. Kein erhobener Zeigefinger, aber eben nicht nur heile (Unterwasser-) Welt. Diese Chance wurde vertan – schade.

Trotz dieser Kritik (die für mich etwas zu Walt-Disney-mäßige Filmmusik der Berliner Philharmoniker, lasse ich mal außen vor) halte ich Deep Blue für einen wirklich sehr empfehlenswerten Film und ich bin schon auf die DVD-Fassung gespannt, von der ich hoffe, daß eben sie die von mir vermißten Informationen bereithält.
Wen es interessiert, dem sei auch noch die Webseite von Deep Blue empfohlen – hier finden sich viele Infos zu dem Film und vor allem zu seinen Hauptdarstellern.

Tschööö,
Stefko