Missbraucht die NPD Patrick Owomoyela für rassistischen WM-Planer?
Geschrieben von Stefko in Sport, Weltgeschehen - 257 KlicksIm NDP-Blog (für diejenigen die es nicht kennen – hierbei handelt es sich NICHT um ein Blog der NDP, sondern um ein Watchblog, das sich mit den Umtrieben der NPD beschäftigt) las ich heute, daß die NDP einen Planer für die Fußball-WM anbietet. Den Dreck bringen die Nazis unter dem Titel “Weiß – nicht nur eine Trikotfarbe – Für eine echte NATIONAL-Mannschaft” unter das Dummvolk.
Als ich mir das anschaute und stellte ich fest, daß tatsächlich ein Nationalspieler auf dem Cover abgebildet ist. Man kann ihn zwar nicht direkt erkennen, da nur der Torso zu sehen ist, jedoch ist die Trikotnummer ’25′ zu erkennen.
Und jetzt wird’s spannend. Seit dem Länderspiel am 18. August 2005 in den Niederlanden tragen die deutschen Nationalspieler feste Rückennummern auf ihren Trikots [Quelle].
Tja, und die Nummer 25 gehört Patrick Owomoyela!!! Und der findet das ganz bestimmt nicht lustig.
Owomoyelas Vater ist Nigerianer und das macht die ganze Geschichte erst richtig pervers.
Sieht aus wie ein klassisches Eigentor von den Nazis und wäre es nicht so traurig, könnte man über diese Spacken nur noch lachen.
Ich wollte mir das dann bestätigen lassen und schrieb eine eMail an den DFB. In dieser wies ich auf die NPD-Seite hin und fragte nach, ob es sich hierbei wirklich um Patrick Owomoyela handelt. (Das auf dem Foto abgebildete Trikot ist nicht das aktuelle “WM-Trikot”, sondern das Vorgänger-Leibchen und ich war mir nicht sicher, da sich für mich das Foto auch nach einiger Web-Recherche nicht genau zeitlich einordnen ließ)
Soeben erhielt ich eine Antwort von der DFB-Pressestelle. Man bedankte sich für den Hinweis, bestätigte, daß Owomoyela die 25 trägt (ok, das wußte ich auch schon
und das der Spieler darüber informieren werde (schon besser).
Und ich bin nun mal gespannt, was weiter passieren wird und werde natürlich gegebenfalls darüber berichten.
Tschööö,
Stefko










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Was jetzt weiter passiert: tagesschau.de berichtet, dass der DFB “nach einem Hinweis” rechtliche Schritte gegen die NPD prüft: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5384234_REF1,00.html
freue mich herzlich auf die fortsetzung.
In der Tat eine traurige Geschichte!
Interessant in diesem Zusammenhang übrigens, was Owomoyela im Interview vom Sommer 2005 über “deutsche Tugenden” erzählt: http://latinblog.twoday.net/stories/1779057/
Habe versucht den Planer irgendwo anzuschauen aber nirgends gefunden.
Die NPD schreibt folgendes:
“Auf dem WM-Planer ist entgegen den bisherigen Presseveröffentlichungen nicht (!) Patrick Owomoyela abgebildet. Das Bild auf dem Planer zeigt auch nicht einen schwarzen Spieler. Weiterhin ist weder ein Trikot mit der Nummer 25 abgebildet, noch ein Trikot der Nationalmannschaft. Ein Bezug des WM-Planers zu Patrick Owomoyela besteht nicht.
Der Schriftzug Weiß ? Nicht nur eine Trikot-Farbe! bezieht sich ausweislich des hierzu vorhandenen Klappentextes ? so jedenfalls die Intention ? wesentlich auf die Kritik an den wirtschaftlichen Skandalen, die es zuletzt insbesondere im Deutschen Fußball gab. Unabhängig davon ist es vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt, sich kritisch mit der zunehmenden Internationalisierung im Fußball auseinanderzusetzen, so die Rechtsabteilung der NPD.”
Für mich ist die Intention aufgrund des Satzes “Der Schriftzug Weiß ? Nicht nur eine Trikot-Farbe!” klar.
Aber trotzdem würde ich gerne wissen was wirklich war ist.
@lazereda: Die NPD hat den Planer mittlerweile von ihrer Webseite entfernt.
Der abgebildete Spieler ist tatsächlich nicht Owo, allerdings ist eindeutig das Trikot als seines (25) zu erkennen.
Das war ja der ursprünglichre Grund für meine Mail an den DFB – die Nummer ist eindeutig Owo, allerdings scheint die Hautfarbe des abgebildeten Spielers zu hell. Da wollte ich einfach wissen, wer das ist.
Mittlerweile wurde die NPD-Parteizentrale auch von der Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht und es sind wohl mehrere zehntausend WM-Planer der NPD beschlagnahmt worden. [NPD-Blog]
[...] in Dortmund einen Außenbandteilriss des Sprunggelenks zurfolge hatte. Ein anderes Mal versuchte eine rechte Partei einen WM-Planer mit seinem Konterfei zu verkaufen – wogegen sich Owomoyela erfolgreich zur Wehr setze. Doch der Wind, der am Sonntag auf ihn zukam, [...]