Archiv für die Kategorie: “Literatur”

bookcrossing.gifDie ganze Welt als Bibliothek – das ist die Idee, die hinter Bookcrossing steckt. Dafür stehen auch die drei “R” – Read, Register, Release. Die Mitglieder von Bookcrossing registrieren ein Buch, das sie vorher gelesen haben, auf der Webseite. Dieses Buch bekommt jetzt eine ID, anhand derer man seinen Weg nachvollziehen kann. Dann wird das Buch freigelassen: Man legt es in ein Ärztewartezimmer, läßt es “versehentlich” in der U-Bahn liegen oder verschenkt es. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Finder des Buches tippt die ID auf der Webseite ein, registriert sich dann und kann in einem Journal angeben, wo er das Buch gefunden hat, und auch seine Meinung dazu kundtun. Dann läßt er es wieder frei…

Eine nette Idee wie ich finde. Ich habe mich da gleich mal eingetragen und werde heute Abend mal schauen, welchem Buch ich die Freiheit schenke… hmmm, das wird nicht so einfach werden, da ich mich eigentlich nie von einem Buch trenne und wenn es noch so grauslig war :-) andererseits muß ich jedes Buch, welches ich in die Wildnis entlasse nicht bei meinem Umzug durch die Gegend schleppen…
Außerdem habe ich festgestellt, daß es allein in Karlsruhe 101 Bookcrosser gibt. Hey, wo liegen die ganzen Bücher rum? Ich habe noch keines gefunden.
Auf jeden Fall werde ich weiter darüber berichten (wenn es denn was zu berichten gibt ;-)
Hier noch die Links:
bookcrossers.de Deutsche Anleitung
bookcrossing.com Die englische Seite
Stefkos Bücherregal
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sakrileg.jpgVordergründig geht es in Dan Browns “Sakrileg” – englischer Originaltitel “The Da Vinci Code” – um die Aufklärung eines Mordes: Der Kurator des Louvre wird in seinem Museum vor einem Gemälde Leonardos ermordet aufgefunden, und der Symbolforscher Robert Langdon gerät ins Fadenkreuz der Polizei, war er doch mit dem Opfer just zur Tatzeit verabredet. Der Symbolologe sitzt in der Klemme. Er gilt als Hauptverdächtiger im Fall Jacques Saunière und gerät als solcher in die Fänge von Capitaine Bezu Fache, der als überaus gerissener Ermittler gilt. Saunière hatte im Todeskampf einen Hinweis auf Langdon gegeben. Mithilfe der Kryptographin Sophie Neveu gelingt Langdon die Flucht. Beide sind der Überzeugung, dass Saunière vielmehr Informationen über eine Verschwörung des Opus Dei und der katholischen Kirche liefern wollte. Im Verlauf einer atemlosen Flucht durch Paris bis nach England enträtseln Langdon und Neveu die geheimnisvolle Bildsprache Leonardo Da Vincis, setzen sich mit dem Aufstieg und Fall des Templerordens auseinander und werden mit den Abgründen der Kirchengeschichte konfrontiert. Auf ihren Fersen befindet sich nicht nur die Polizei…

Der amerikanische Autor Dan Brown nimmt für sich und sein Buch in Anspruch, genaue Recherchen an den Schauplätzen und penible historische Studien in Zusammenarbeit mit seiner Frau Blythe, einer Kunsthistorikerin, unternommen zu haben. Trotzdem scheint dieser Roman Historisch oftmals zweifelhaft. Auch muss der Leser über falsche Schlüsse, frankophobe Ressentiments und fast plumpe Konstruktionen hinwegsehen. Viel zu oft kommt die Schreibweise zu selbstverliebt herüber – schaut her was ich alles weiß… ob ihr es wissen wollt oder nicht. Und gerade in technischen Fragen begibt sich Brown einige Male auf dünnes Eis – und bricht gnadenlos durch.
Insgesamt erscheint mir der Roman viel zu amerikanisch – keinem weh tun und vor allem nicht der katholischen Kirche – so etwas könnte sich ja in den USA negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Und wenn die Kirche, oder ihr Tun in den letzten Jahrhunderten mal wieder in einem allzu dunklen Licht dargestellt wird / werden muß, läßt Brown einen der Hauptdarsteller wieder Versöhnliches über die Kirche des Jetzt (und den neuen Papst, Herr Woytila ist wohl nicht mehr…) sagen und keiner ist böse. Doch, ich. So etwas ist richt ganz schnell nach Feigheit, vielleicht aber auch nur im alten Europa…

Trotz dieser Kritik, halte ich den Roman für durchaus lesenswert. Er ist zwar JunkFood, aber manchmal schmeckt so etwas ja auch. Browns Rätselwerk fasziniert und stachelt die Neugier des Lesers immer wieder an. Auch wenn vieles sperrig und allzu absehbar daher kommt, macht “Sakrileg” einfach Spaß und kann durchaus Wissensdurst wecken, sich mal näher mit den beschriebenen Geheimbünden, der Geschichte der Kirche und der Evangelien oder der im Roman ständig präsenten Symbolik zu beschäftigen. Und sei es nur, um zu überprüfen, ob das wirklich so war.
Kurz gesagt, “Sakrileg” ist eines dieser Bücher, daß man einfach nicht weglegen kann bevor es ausgelesen ist – ich selbst war zwei Tage komplett darin versunken und das schafft nicht jeder Autor :-)

Sakrileg
Dan Brown
Verlag Lübbe
Deutsche Erstausgabe März 2004
Gebundene Ausgabe
605 Seiten
ISBN 3-785-72152-8
Preis: 19,90 Euro (D)
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Im Mittelmeer bei Marseille haben französische Forscher Wrackteile des Flugzeugs von Antoine de Saint-Exupéry entdeckt. Der Autor des “Kleinen Prinzen” war vor knapp 60 Jahren zu einem militärischen Aufklärungsflug gestartet und wurde seitdem vermisst.
Am 31. Juli 1944 war der Schriftsteller von Korsika aus zu einem Aufklärungsflug gestartet. Danach verlor sich seine Spur. Nun ist klar, was lange vermutet wurde: De Saint-Exupéry stürzte über dem Mittelmeer ab. Zu dieser Erkenntnis kam das französische Amt für Unterwasser- Archäologie (DRASSM) am Mittwoch.
[mehr: Spiegel online
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Beglückende Szenen aus der orangenen Zeit – Frank Goosen liest aus seinem Leben

goosen.jpgBeim Sex auf der Halde gezeugt, erlebt Frank Goosen eine Kindheit in der orangenen Zeit der Siebziger und eine Jugend in der bleiernen Zeit der Achziger. Er erleidet die Nöte der Pubertät und die Qualen zahlreicher Zweierbeziehungen, bis er schließlich ohne Gegenwehr geheiratet wird – um wiederum Glück und Glanz des Vaterseins zu empfinden.
Keine Lebensphase des praktizierenden Komikers Frank Goosen entgeht der zugespitzten und gewohnt pointensicheren Beschreibung: die Erinnerungen an die Schulkumpels Mücke und Pommes, an peinliche Liebesnächste und betörend schlechte Lieblingsmusik; an den entsetzlichen Dia-Abend mit aus dem Urlaub heimkehrenden Freunden oder an Eduard, der auf Borkum Geschmack an Mohnkuchen, einer jungen Bäckersfrau und einem anderen Leben findet; an die Familienmythen um Onkel Hanno, der in seinem Viertel die Stromversorgung just in dem Moment kappte, wo Rahn hätte schließen müssen – und an die schlechtesten Hotels der Republik.
Karlsruhe, Mittwoch, 28. April 2004, 20:00 Uhr
Jubez, Am Kronenplatz 1

Hingehen kann ich da nur empfehlen!
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Große Freude, gerade ein Päckchen abgeholt…

buecher_sz.jpg

Band 2, 3, 4 und 5 aus der Bibliothek der Süddeutsche Zeitung.
Und sollte das Wochenende wettertechnisch nicht so prall werden, habe ich ja nun was zu tun ;-)
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Die Nachfrage nach der 50-bändigen Bibliothek der Weltliteratur der “Süddeutschen Zeitung” übertrifft nach Angaben von Chefredakteur Hans Werner Kilz alle Erwartungen. Rund eine Woche nach dem Start der Reihe am 20. März hätten bereits mehr als 30.000 Leser die gesamten 50 Bände bestellt. “Wir kommen kaum noch nach mit dem Abarbeiten der Bestellungen”, sagte “SZ”-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz am Freitag auf der Leipziger Buchmesse.
[mehr: Spiegel Online]

Hmm, das mit dem “nicht mehr nachkommen” kann ich bestätigen… ich warte noch immer auf meinen ersten Band.
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blogs_buch.jpg»Blogs sind die Erfolgsgeschichte des Internets. Die privaten Netzpublikationen sind schnell, witzig und bissig. Sie machen den etablierten Medien Konkurrenz. In Blogs zeigen fünfzehn der besten BloggerInnen, was mit Blogs möglich ist: Ein fantastischer Cocktail aus spritzigen Texten und witzigem Webdesign, einem Schuss Frechheit, unbekümmert gerührt und frisch ins Internet geschüttelt. Blogs ist die Happy Hour für Pop, Literatur und Journalismus ? und ein Prachtband, der auf Papier Maßstäbe für Blogs setzt.«

Soweit der Text des Verlags. Bin ich ja mal gespannt, zumal ich einige der Autoren selbst gerne lese. Bin mal gespannt.

Don Alphonso, Kai Pahl:
Blogs!
Fünfzehn Blogger über Text und Form im Internet ?
und warum sie das Netz übernehmen werden.

ca. 250 Seiten, Premium Softcover, Fadenheftung,
Kunstdruckpapier, durchgehend farbig
Erscheint im April 2004
24,90 Euro (D) / 43,70 sFr
ISBN 3-89602-600-3

Tschööö,
Stefko
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blogs_buch.jpg»Blogs sind die Erfolgsgeschichte des Internets. Die privaten Netzpublikationen sind schnell, witzig und bissig. Sie machen den etablierten Medien Konkurrenz. In Blogs zeigen fünfzehn der besten BloggerInnen, was mit Blogs möglich ist: Ein fantastischer Cocktail aus spritzigen Texten und witzigem Webdesign, einem Schuss Frechheit, unbekümmert gerührt und frisch ins Internet geschüttelt. Blogs ist die Happy Hour für Pop, Literatur und Journalismus ? und ein Prachtband, der auf Papier Maßstäbe für Blogs setzt.«

Soweit der Text des Verlags. Bin ich ja mal gespannt, zumal ich einige der Autoren selbst gerne lese. Bin mal gespannt.

Don Alphonso, Kai Pahl:
Blogs!
Fünfzehn Blogger über Text und Form im Internet ?
und warum sie das Netz übernehmen werden.

ca. 250 Seiten, Premium Softcover, Fadenheftung,
Kunstdruckpapier, durchgehend farbig
Erscheint im April 2004
24,90 Euro (D) / 43,70 sFr
ISBN 3-89602-600-3

Tschööö,
Stefko
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Schöne neue Welt?

logoland.jpgAlles beginnt mit einer Marketingidee. Um den Verkauf ihrer 2500$ teuren Mercury Turnschuhe anzukurbeln, beschließt Nike 10 Teenager im Einkaufstrubel zu erschießen, um damit die Street Credibility des Schuhes zu erhöhen – "Guerilla-Marketing" nennt sich das.
Alles was dann folgt ist auf der einen Seite irrwitzig (vor allem das Tempo), sarkastisch und einfach saukomisch, auf der anderen Seite jedoch extrem erschreckend und beängstigend, denn Max Barrys Roman »Logoland« spielt in nächster Zukunft. In dieser Zukunft werden dem Leser die Auswüchse des Turbokapitalismus und der ungezügelten Globalisierung vor Augen geführt (wobei hier die Globalisierung mit Amerikanisierung gleichzusetzen ist).

Eine Regierung ist in den "American Territories", welche fast die ganze Welt, mit Ausnahme von Kontinental Europa, Afrika und dem Nahen Osten umfaßt, zwar noch vorhanden, doch diese ist pleite. Verbrechen werden nur noch verfolgt, wenn die Opfer oder deren Angehörige das bezahlen können, Rettungswägen kommen nur, wenn beim Notruf eine gültige Kreditkarten-Nummer angegeben wird…
Die wahre Macht geht von den Großkonzernen (die auch noch erbittert Krieg gegeneinander führen) aus. Angestellte werden nach ihren Arbeitgebern bennant, Steuern sind verboten und sowohl die Polizei, als auch die amerikanische Waffenlobby (NRA) sind privatisiert und korrupt.
Dieses Szenario ist die Kulisse in welcher Barry den Konsumterror Amok laufen läßt:

Zwei Marketingangestellte heuern den leichtgläubigen Hack Nike an, um die Morde zu begehen. Mit der Aussicht auf einen besseren Job im Marketing geködert, unterschreibt dieser leichtfertig den Vertrag. Schnell aber bekommt Hack kalte Füße und geht hilfesuchend zur Polizei. Von dieser wird er auf die Schadensersatz-Klausel bei Nichterfüllung in dem Kontrakt hingewießen bekommt aber gleichzeitig das Angebot, daß die Polizei den Job für ihn ausführen könnte – natürlich gegen Bezahlung. Doch auch die Polizei möchte sich nicht die Finger schmutzig machen und beauftragt ihrerseits wieder die NRA mit dem Job.
Die Verwicklungen nehmen ihrern Lauf und nur die Bundesagentin Jennifer Government, die dem Konsumwahn den Rücken kehrte, nimmt den Kampf gegen diese Welt auf…

Extrem kurzweilig, bitterböse und rotzfrech; Barry nimmt kein Blatt vor den Mund und fast jeder Großkonzern (namentlich genannt) spielt in diesem Roman eine unrühmliche Rolle und bekommt sein Fett weg.
Mittlerweile ist auch schon eine Verfilmung in Vorbereitung – Steven Soderbergh und George Clooney haben sich die Rechte an Logoland gesichert.

Nach meiner Meinung absolut lesenswert. Sofort!!!

"Logoland"
Max Barry,
Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 3-453-86947-8

Tschööö,
Stefko
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Mark Twain über “Die schreckliche deutsche Sprache”:

»Es gibt zehn Wortarten, und alle zehn machen Ärger. Ein durchschnittlicher Satz in einer deutschen Zeitung ist eine erhabene, eindrucksvolle Kuriosität; er nimmt ein Viertel einer Spalte ein; er enthält sämtliche zehn Wortarten ? nicht in ordentlicher Reihenfolge, sondern durcheinander; er besteht hauptsächlich aus zusammengesetzten Wörtern, die der Verfasser an Ort und Stelle gebildet hat, sodass sie in keinem Wörterbuch zu finden sind ? sechs oder sieben Wörter zu einem zusammengepackt, und zwar ohne Gelenk und Naht, das heißt: ohne Bindestriche; er behandelt vierzehn oder fünfzehn verschiedene Themen, von denen jedes in seine eigene Parenthese eingeschlossen ist, und jeweils drei oder vier dieser Parenthesen werden hier und dort durch eine zusätzliche Parenthese abermals eingeschlossen, sodass Pferche innerhalb von Pferchen entstehen; schließlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes anfängt und in der Mitte seiner letzten Zeile aufhört ? und danach kommt das Verb, und man erfährt zum ersten Mal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Verfasser noch ?haben sind gewesen gehabt haben geworden sein? oder etwas dergleichen an ? rein zur Verzierung, soweit ich das ergründen konnte ?, und das Monument ist fertig. Ich nehme an, dieses abschließende Hurra ist so etwas wie der Schnörkel an einer Unterschrift ? nicht notwendig, aber hübsch. Deutsche Bücher sind recht einfach zu lesen, wenn man sie vor einen Spiegel hält oder sich auf den Kopf stellt, um die Konstruktion herumzudrehen, aber eine deutsche Zeitung zu lesen und zu verstehen wird für den Ausländer wohl immer eine Unmöglichkeit bleiben.«

[via Der Schockwellenreiter]

Lieber Mark Twain,
so sicher, wie Sie das hier von mir nun verfasste nicht mehr lesen werden, so sicher könnten Sie sein, daß ich Ihre Abhandlung über die, wie Sie es zu nennen gepflegen “schreckliche deutsche Sprache”, einerseits mit größtem Interesse gelesen, andererseits allerdings eine gewisse Belustigung über eben diesen, Ihren Text empfunden habe, gerade weil ich beim besten Willen nicht so recht nachzuvollziehen vermag, was Sie eigentlich meinen, aber natürlich möchte ich hierfür nicht Ihnen die Schuld geben – vielmehr liegt es nun an mir, Ihren Artikel im englischen Original zu finden, stets hoffend, dieser sei verständlicher.

Tschööö,
Stefko ;-)
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